Island in Bildern – #2: Ostküste und Jökulsárlón

Wie in dem Post über die Golden-Circle-Tour versprochen, berichte ich euch auch noch von unserem zweiten größeren Trip in Island. Am besten zeige ich es euch wieder auf der Karte, da kann man sich’s am besten vorstellen.

Die Route
Reykjavík – Seljalandsfoss – Eyjafjallajökull – Skogarfoss – Vik – Jökulsárlón – Skaftafell Nationalpark – Reykjavík

Ostküste Route

Den ersten Halt machten wir beim Seljalandsfoss. Dieser Wasserfall hat eine ganz besondere Eigenheit: Man kann hinter ihm durchgehen. Blöd nur, dass alles zugefroren und wirklich rutschig war. Gut aber, dass ich einen Freund habe, der wagemutig dem Tod durch Ausrutschen ins Auge geblickt und dabei tolle Bilder gemacht hat.

Seljalandsfoss

Seljalandsfoss

Seljalandsfoss

Seljalandsfoss

Wir legten einen kurzen Stop am Fuße des unaussprechlichen Eyjafjallajökull ein, wo 2010 der Vulkan ausgebrochen ist und den Flugverkehr lahm gelegt hat, ihr könnt euch bestimmt erinnern. Hier gibt es ein eindrucksvolles „Museum“ (eher ein kleines Häuschen). Es wurde von einer Familie eröffnet, die ihren Hof am Fuß des Gletschers hat und deshalb von dem Vulkan-Ausbruch und der dadurch ausgelösten Fluten betroffen war. Es ist wirklich unglaublich, mit welchem Willen und Durchhaltevermögen diese Familie ihr Hab und Gut soweit es ging gerettet und vor allem wieder aufgebaut hat. Man kann für ein kleines Entgelt eine Dokumentation über die Familie sehen. Das kann ich jedem nur ans Herz legen, der begreifen will, was 2010 passiert ist.

Eyjafjallajökull

Eyjafjallajökull Museum

Nächster Halt, nächster Wasserfall: Skogafoss! Um den Wasserfall von oben zu sehen, muss bzw. kann man eine ziemlich lange und steile Treppe hinaufklettern. Unser Tourguide gab uns ein recht knackiges Zeitlimit vor: 20 Minuten, um rauf- und runterzugehen und Fotos zu machen. Die Island-Ponys, die gleich daneben grasen, kann man natürlich auch nicht ignorieren. Mein Tipp: Nehmt euch hier mehr Zeit, es ist wirklich schön, aber wir waren abgehetzt und außer Atem, als wir wieder im Auto waren.

Skogafoss

Skogafoss

Skogafoss

Wie eigentlich jedes Mal, wenn ich auf Island das Auto verließ, war ich auch bei diesem Mal einfach nur beeindruckt von der Schönheit der Natur. Wir waren am Strand von Vík angekommen – es ist einfach unglaublich, einen komplett schwarzen Strand vor sich zu haben… und dann noch der Schnee darauf! Von den Felsen bzw. Klippen und ihrer eindrucksvollen Form gar nicht zu reden.

Vik – Black Beach

Vik – Black beach

Vik

Vik

Vik

VikZum letzten Mal an diesem Tag blieben wir am Jökulsárlón stehen, als es dämmerte. Man kann diese Stimmung nicht in Bildern festhalten, geschweige denn beschreiben. Diese Stille, die Möwen und Robben, die auf den Eisschollen spielen, die Bewegung in dem doch irgendwie stillen See – es ist einfach unglaublich schön und unbeschreiblich.

Jökulsárlón

Jökulsárlón

Am nächsten Tag waren alle etwas unausgeschlafen – wir haben trotz schlechter Verhältnisse auf Nordlichter gehofft und leider Gottes Pech gehabt. Alle 30 Minuten hat der Wecker geläutet… umsonst. Aber man kann die Natur eben nicht berechnen und das ist auch gut so!
Zumindest wurden wir von strahlendem Sonnenschein geweckt, auch wenn die Wetteraussichten laut unserem Guide gar nicht mal so gut waren. Für den Heimweg waren schwere Schneestürme angesagt und wir wurden schon mal vorgewarnt, dass wir wohl erst etwas später wieder in Reykjavík ankommen würden. Doch dazu später.

Island

Um den Jökulsárlón noch länger und bei Tageslicht bestaunen zu können, machten wir einen langen Spaziergang um den See und auch am Strand. An dieser Stelle will ich euch kurz erklären, wie es zu den Eisbrocken kommt, die ihr auf den nächsten Bildern am Strand herumliegen seht.

Also: Auf diesem Bild ist ganz hinten der Gletscher zu erahnen, von dem sich immer wieder große Eisstücke lösen und langsam in den Jökulsárlón „fließen“, den See am Fuße des Gletschers.

Jökulsárlón

Jökulsárlón

Diese Gletscherteile treiben dann gemächlich quer durch den See und werden irgendwann von der Strömung auf’s offene Meer gezogen.

Wenn man nun auf die andere Seite der Brücke geht, kommt man an einen Strand, an dem das Eis wieder angetrieben wird… und dann ist man (in meinem Fall) einfach nur baff. Und sprachlos.

Jökulsárlón

Jökulsárlón

Mein neues Häuschen… nicht schlecht oder?

Jökulsárlón

IMG_0383

Nun hieß es: Schnell auf zu unserem letzten Halt im Skaftafell National Park, wo wir eine Gletscherwanderung machten – das schlechte Wetter kam immer näher, es wurde windig und grau.
Für Leute, die öfter auf Gletschern spazieren gehen, wahrscheinlich kein Highlight. Für mich war es allerdings sehr beeindruckend, eine Stunde lang auf einem Gletscher zu gehen bzw. durch Gletscherspalten hindurchzulaufen. An diesem Ort und in der Gegend rundherum (auch am Jökulsárlón) wurden schon einige Filme und Serien gedreht, beispielsweise Interstellar oder Game of Thrones. Es gab tatsächlich einige Leute in unserer Gruppe, die nur wegen Game of Thrones nach Island gekommen sind!

Skaftafell

Skaftafell

Skaftafell

Skaftafell

Skaftafell

Wir hatten Glück und das Wetter hielt tatsächlich, bis wir wieder im Auto und auf der Straße waren, doch dann ging’s ordentlich los. Die Isländer zeigten sich eher gelangweilt von dem Schneesturm und wir tuckerten so Stück für Stück Richtung Reykjavík. Zwischendurch gab’s Kaffee und Essen auf diversen Tankstellen (DER Hotspot in Island!). Alle Straßen nach Reykjavík wurden für etwa fünf Stunden gesperrt, auch diese Zeit verbrachten wir im atmosphärisch nicht ganz so beeindruckenden aber dafür warmen Bistro einer Tankstelle. Aber was soll’s, dem Wetter kann man eben nicht sagen, was es zu tun hat! Immerhin kamen wir noch in dieser Nacht heil in Reykjavík an und das ist ja wohl die Hauptsache.

Wir haben noch zwei, drei kleinere Trips gemacht, z.B. waren wir beim Whale Watching (haben alle gesehen außer Wale 😉 ) und haben Reykjavík genauer unter die Lupe genommen.

Ich hoffe, meine Beiträge wecken das Interesse derjenigen, die noch nichts von Island gehört und gesehen haben. Außerdem sollen sie bei denjenigen schöne Erinnerungen wecken, die auch schon mal auf Island waren. Na, habe ich mein Ziel erreicht?
Falls ihr noch etwas wissen wollt oder euch einfach über Island austauschen wollt, lasst mir doch einen Kommentar da, ich würde mich sehr darüber freuen.

Hier hab ich noch ein Musikvideo für euch, das ein Studienkollege von mir in Island gedreht hat und das die Schönheit des Landes gut festhält:

So, jetzt schwelge ich weiter in Erinnerungen und freue mich dabei über die Sonnenstrahlen, die mir ins Gesicht scheinen!

Eure Alex

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