Quiche-Liebe #1: Quiche Lorraine

Hi da draußen,
liebt ihr Quiche genauso wie wir? Wenn ja, seid ihr hier richtig!
Wir haben uns da nämlich etwas überlegt. Im Mai stellen wir euch jede Woche eine unserer Lieblingsquiches vor. Beginnen wir beim Klassiker: Quiche Lorraine.
Und weil Alex‘ Mama die ganz besonders gut kann, gibt’s heute einen Gastbeitrag von ihr! Gekocht haben wir zwei mit ihr gemeinsam und gegessen haben wir alle, das heißt alle SECHSVONSECHS 🙂

So, und jetzt geben wir das Wort an Ulli weiter!

Vive la France!

32 Grad und flimmernde Hitze draußen, feuchtkalte Luft im Haus, nur wenig erwärmt vom Ofen und ein intensiver Geruch nach Quiche Lorraine, der durch die Steinmauern zog: Dies sind Erinnerungen an eine der schönsten Zeiten meines Lebens im Juli 1979, die ich als damals 16jährige in Grenoble bei einer Gastfamilie verbrachte.

Jeden Freitag Mittag wurde der altersschwache Peugeot vollbeladen mit den Zutaten für all die Köstlichkeiten, die uns die zweieinhalb folgenden Tage im hundert Jahre alten Bauernhaus in Chabuliere das Leben versüßten. Nicht nur Lebensmittel musste das alte Vehikel rund 700 Höhenmeter die französischen Alpen hinauftragen. Nein, da saß Monsieur am Steuer, Madame in ihrer stattlichen Leibesfülle daneben. Am Rücksitz drängten sich die Kinder Catherine, Véronique, Christine und ich selbst als österreichische Schülerin, deren Französischkenntnisse rasend schnell wuchsen. Für mich die einzige Möglichkeit, mit dieser herzlichen Familie zu kommunizieren und mich für die Wärme und Fürsorge wiederholt und in immer korrekterer Landessprache zu bedanken. Selbst der stets zum Ausbüchsen motivierte Jagdhund Mirauld, der selbstverständlich auch in den Bergen dabei war, hörte mir schon bald aufmerksam zu, wenn ich mit ihm sprach.

Ich genoss diese bunten Wochenenden und entdeckte etwas Neues in meinem Leben: die Freude am Kochen! Mindestens vier Gänge pro Mahlzeit tischte Madame zweimal täglich auf und wir Mädels halfen tatkräftig mit. Meine Lieblingsspeisen waren die Tomates Farcies (gefüllte Tomaten), Gratin d’épinards à la béchamel et aux oeufs durs (gratinierter Spinat mit harten Eiern garniert) und ganz besonders die anfangs erwähnte Quiche Lorraine.

Das Originalrezept, nach dem damals gekocht wurde, möchte ich nun mit Euch teilen:

Zutaten
:
Für den Teig (Pâte à foncer, zu deutsch: Auslegeteig, ist nicht dasselbe wie ein Mürbteig!):
500 g Mehl
250 g Butter
8 g Salz
150 ml Wasser

Für den Belag:
150 g Räucherspeck
100 g Käse (original wird Gruyère-Käse verwendet)
3 Eier
400 ml Milch (oder Crème fraîche)

Zubereitung:
1. Das Mehl mit dem Salz, der Butter und dem Wasser rasch vermengen und verkneten. Anschließend zu einer Kugel rollen und in ein Geschirrtuch einschlagen, bis zum Gebrauch in den Kühlschrank legen.

2. Danach den Speck kleinwürfelig schneiden und den Käse reiben. Die Milch bzw. Crème fraîche mit den Eiern versprudeln.

3. Das Backrohr auf 180 Grad vorheizen und währenddessen eine Tarteform mit dem gekühlten Teig auslegen. Rundum mit der Gabel in den Teig stechen und für ca. 10 Minuten im Rohr vorbacken.

4. Anschließend den Speck und Käse gleichmäßig verteilen und mit der Milch-Eier Mischung begießen. Nun für ungefähr 40 Minuten backen.

Quiche LorraineQuiche LorraineQuiche Lorraine

Voilà, die Quiche ist fertig, bon appétit!

Eure Ulli

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